Migrating myths. Discursive processes in Russian autobiographical migration accounts


Type Research Project

Funding Bodies
  • Austrian Science Fund

Duration Nov. 1, 2002 - April 30, 2004

  • Slavonic Languages AE (Former organization)

Tags

Press 'enter' for creating the tag
  • Klingseis, Katharina (Details) Project Head
 

Abstract (German)

Zwanzig autobiographische Erzählungen in Wien lebender russischer Migrantinnen dienen als empirische Basis zur Erforschung diskursiver Prozesse unter den Bedingungen der Migration. Die Erzählungen werden in narrativen Interviews erhoben und umfassen die Migrationserfahrung von Frauen unterschiedlicher Altersgruppen, sozialer Schichtzugehörigkeit und mit unterschiedlichen Migrationsmotiven von den 1970er Jahren bis heute. Auch die neuen Migrationsformen wie jene „pendelnder“ KünstlerInnen und Geschäftsleute, die sich in den 1990er Jahren herausbildeten, werden berücksichtigt. <P>
Das zentrale Ziel dieses Projekts besteht darin, durch eine diskursanalytische Perspektive auf das Phänomen ‘Migration’ dessen kulturelle Dimensionen und Implikationen für die Subjektivität der Migrantinnen in den Blick zu nehmen. Die Spuren jener gesellschaftlichen Diskurse, auf welche die Migrantinnen in ihren Erzählungen durch die Aktivierung kulturell geprägter ‘Narrative’ und ‘Mythen’ rekurrieren, die Metaphern, mittels welcher sie autobiographisch relevante Orte und das Durchqueren sozio-geographischer Räume repräsentieren, die Argumente, mit welchen sie Entscheidungen erklären bzw. legitimieren, – kurz – jene diskursiven Elemente, die in den Erzählungen reproduziert bzw. transformiert werden, stehen im Zentrum des Interesses dieser Studie.<P>
Die in den Berichten der Frauen identifizierten kulturellen ‘Narrative’ und ‘Mythen’ sollen in ihren russischen/sowjetischen und österreichischen interdiskursiven Bezügen dargestellt und interpretiert werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die erzählerischen Repräsentationen von Konfliksituationen gelegt werden, da diese auf diskursive Konflikte und Krisen der Subjektivität verweisen.


Abstract (English)

Twenty autobiographical narratives recounted by Russian women migrants living in Vienna serve as the empirical basis of a study on discursive processes under the conditions of migration. The migration accounts are collected in narrative interviews, covering the migration experience of women of various ages and social backgrounds and with various emigration motives from the early 1970s to the present, including the new forms of migration of artists and business people shuttling between Russia and Austria that developed in the course of the 1990s. <P>
A major goal of the present project is to take a discourse analytical perspective on the phenomenon of migration, focusing on the cultural/ideological implications of migration and its consequences for subjectivity. <P>
The focus of interest in the present project will be the traces of discourse, i.e. the socially shared ‘narratives’ and ‘myths’ by which the migration experience is represented in the accounts, the metaphors by which the traversing of socio-geographical space and autobiographically relevant places are depicted, the arguments by which women’s decisions for certain ways of action are explained and/or legitimized – briefly, discourse elements reproduced and/or transformed by the interviewees. <P>
The ‘narratives’ and ‘myths’ identified in the Russian women’s accounts will be studied and interpreted in their Soviet, Russian and Austrian interdiscursive relations. Special attention will be paid to conflictive situations depicted in the accounts, as they point to crises of subjectivity and discursive struggle.

Publications

Chapter in edited volume

2005 Klingseis, Katharina. 2005. Von ‚männlicher Würde’ und einem Hund als ‚Scheidungskind’. Diskursfragmente in russisch-österreichischen Migrationserzählungen. In Vater Rhein und Mutter Wolga. Diskurse um Nation und Gender in Deutschland und Russland (Identitäten und Alteritäten Bd. 20), Hrsg. Elisabeth Cheauré, Regine Nohejl und Antonia Napp, 337-350. Würzburg: Ergon. (Details)
2004 Klingseis, Katharina. 2004. Mythen und Realitäten der Migration von Frauen aus Russland und der GUS nach Wien. Ein Beitrag zur Interkulturellen Kommunikation. In „Theorie und Praxis. Österreichische Beiträge zu Deutsch als Fremdsprache" (Bd. 8, Schwerpunkt: Konflikt und Kultur im Unterricht), Hrsg. Hans-Jürgen Krumm und Paul R. Portmann-Tselikas, 135-148. Innsbruck: Studienverlag. (Details)
  Klingseis, Katharina. 2004. Zamuzhem, za avstrijcem: zhenskie identifikacii v rasskazakh o migracii. In: Semejnye uzy: Modeli dlja sborki: Sbornik statej. Hrsg. Serguei A. Oushakine, S. 384-408. Moskau: Novoe Literaturnoe Obozrenie. (Details)

Paper presented at an academic conference or symposium

2004 Klingseis, Katharina . 2004. Das Geschlechterverhältnis als Machtverhältnis in der russisch-österreichischen Interkulturellen Kommunikation. Am Beispiel von mündlichen Erzählungen russischer Migrantinnen. 2. Workshop 'Interkulturelle Kommunikation und interkulturelles Lernen', 4.-5.6.2004, Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin (Details)
2003 Klingseis, K. . 2003. Raum-Ort-Identität. Workshop 'Interkulturelle Kommunikation und interkulturelles Lernen', Wien, 27.-28.06.2003 (Details)
2002 Klingseis, Katharina. 2002. 'Auf der Straße eine Frau zu küssen...' Analyse zweier Erzählungen russischer Migrantinnen über russische und österreichische Ehemänner. Internationale Tagung 'Vater Rhein und Mutter Wolga' Region, Nation und Gender. Identitätsdiskurse in Deutschland und Russland, Freiburg, 28.-30.7. (Details)

Dissertation

2004 Klingseis, Katharina. 2004. Identifikationen in Migrantinnenbiographien. Eine linguistisch-kulturanalytische Untersuchung mündlicher autobiographischer Erzählungen russischer Migrantinnen in Wien. Dissertation, Wien (Details)

Classification

Expertise

  • discourse analyses